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Baumkuchen: Ring für Ring ein Genuss

Der Klassiker zählt zur Königsdisziplin des Bäckerhandwerks

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Die Herstellung von Baumkuchen ist echtes Kunsthandwerk

Zur Weihnachtszeit läuft der Verkauf von Baumkuchen in vielen Innungsbäckereien auf Hochtouren. So auch bei der Familienbäckerei Pfützner im Erzgebirge. Schon vor 105 Jahren, als Alvin Pfützner den Betrieb eröffnete, stellte er die ersten Baumkuchen her. Inzwischen führt die dritte Generation sein Handwerk weiter, und die traditionellen Wickelkuchen gehören fest zum Sortiment.

Damit ein Baumkuchen gelingt, müssen Bäcker nicht nur Geduld und Präzision aufbringen, sondern vor allem den richtigen Rhythmus finden: Der Teig aus Mehl, Butter, Zucker, Eiern, Rum und Marzipan wird Schicht für Schicht auf eine sich drehende Walze aufgetragen und gebacken. Die Krux: Dreht sich die Walze zu schnell, wird die Form instabil. Ist sie zu langsam, verläuft der Teig. Kühlt eine Schicht aus, bleibt die nächste nicht mehr haften. Außerdem können durch eine zu lange Hitzeeinwirkung dunkle Stellen entstehen. Ist der Backprozess zu allem Überfluss einmal in Gang, kann er nicht mehr gestoppt werden.

Nur erfahrene Bäcker meistern diese Balance. Läuft es gut, entstehen auf diese Weise 10 bis 20 Baumkuchen-Schichten. Für ein Exemplar von 250 Gramm sind trotz moderner Backapparate etwa zwei Stunden Handarbeit nötig.

Was hat Baumkuchen mit Bäumen zu tun?

Das Innere des Baumkuchens ähnelt den Jahresringen eines Baumes. Ob der Baumkuchen daher seinen Namen hat? Oder rührt sein Name doch eher vom Backen auf einem Holzspieß über offenem Feuer? Das weiß niemand genau.

Baumkuchen weltweit beliebt, vor allem in Japan

Übrigens: Sogar bis nach Japan hat es der Baumkuchen geschafft. Dort ist er eine der beliebtesten Backwaren überhaupt und in vielen Lebensmittelgeschäften erhältlich.

Die Geschichte des Baumkuchens

Klar ist aber, dass der Baumkuchen eine beeindruckend lange Geschichte hat. Bereits im 15. Jahrhundert kommt der Baumkuchen in einer Nürnberger Polizeiverordnung vor. Doch seine Ursprünge reichen weiter zurück. Schon im antiken Griechenland wurden ähnliche Backwaren zu Strängen geformt bei Festzügen getragen.

Die Römer schauten sich die Herstellungstechnik bei den Griechen ab, die Germanen wiederum bei den Römern. Die Technik wurde weiterentwickelt, Spießkuchen fanden ihren Weg von Kloster- in Herrschaftsküchen und später in Bürgerhäuser. Im Kochbuch der Kielerin Maria Sophia Schellhammer von 1692 finden sich bereits vier verschiedene Baumkuchenrezepte, von denen eines der direkte Vorgänger der heutigen Generation ist. Im 19. Jahrhundert wurde der Baumkuchen schließlich zum Inbegriff großer Handwerkskunst.

Tipps zur Aufbewahrung und Frische

Der mit feiner Kuvertüre überzogene Baumkuchen bleibt durch seine Glasur besonders saftig. Er ist allerdings kein Dauergebäck und sollte innerhalb einer Woche verzehrt werden. Im Gegensatz zu Stollen eignet er sich nicht für eine längere Lagerung.

FAQ zum Baumkuchen

… dann zählen Sie nun die Buchstaben. Welcher kommt am häufigsten vor? Klicken Sie danach einfach unten auf den Kasten mit dem jeweiligen Buchstaben.

Und wenn Sie jeden Buchstaben genau 3-mal ausgewählt haben? Dann klicken Sie bitte auf „Favorit B“.

Der Name „Baumkuchen“ stammt vermutlich von seinen ringförmigen Schichten, die an die Jahresringe eines Baumstamms erinnern. Gesichert ist die Namensherkunft jedoch nicht.

Die Ringe entstehen durch das Auftragen und Backen einzelner Teigschichten. Jede gebackene Schicht bildet im Anschnitt eine sichtbare Linie.

Die Wurzeln des Baumkuchens reichen bis ins antike Griechenland zurück, wo erste Spießgebäcke entstanden. In Deutschland wurde Baumkuchen erstmals im 15. Jahrhundert schriftlich erwähnt.

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